The Damned sind tot. Nun ja... das ist es, was die Leute gesagt haben. Wenn eine Band seit über einem Jahrzehnt kein neues Material mehr veröffentlicht hat und anfängt, zu ihrem Jubiläum zu touren, ist es leicht zu glauben, dass dies das Ende ist. Das letzte Album von The Damned Also, wer hat Paranoia? war ihre zehnte Veröffentlichung und zugegeben, das ist eine schöne, runde Zahl, um sich zu verabschieden. Aber zum Glück sind The Damned noch nicht fertig.
Böse Geister ermöglichte es The Damned, zum ersten Mal mit dem hoch angesehenen Produzenten Tony Visconti zusammenzuarbeiten. Viscontis Arbeit mit Bowie und Bolan trug dazu bei, den Sound der 70er Jahre zu prägen. Es ist schwer zu verstehen, warum diese Partnerschaft nicht schon früher zustande gekommen ist, und sie scheinen besser zusammenzupassen als Whiskey und Cola. So enthält beispielsweise der Titel ‘Sonar Deceit’ so viele Details, dass ein einmaliges Anhören nicht ausreicht.
Natürlich gebührt die Anerkennung auch den Songwritern von The Damned. Dave Vanian und Captain Sensible, unterstützt von Keyboarder Monty Oxymoron und Schlagzeuger Pinch. Jeder Song hat seine eigene Form, Farbe und Botschaft, wie zum Beispiel ‘Procrastination’, ein nachvollziehbares Lied über etwas, das heute so relevant erscheint.
Obwohl The Damned oft als Punk der ersten Generation bezeichnet werden, sind sie schon immer nach ihrer eigenen Pfeife getanzt. Böse Geister Klingt nach klassischem The Damned, wahrscheinlich unterstützt durch die Rückkehr ihres Bassisten Paul Grey, der gespielt hat während Das Schwarze Album era. Zum Beispiel enthält „The Devil In Disguise“ die vielen Markenzeichen: schattige Untertöne, Sensibles typische Gitarre und Dave Vanians unvergessliches Gurren. Doch, in wahrer Damned-Manier, klingt es nach nichts, was wir zuvor von ihnen gehört haben.
Böse Geister endet so, wie es beginnt – kinoreif. ‚Standing On The Edge Of Tomorrow‘ eröffnet die Platte mit einem hoffnungsvollen Schlachtruf, während ‚I Don’t Care‘ wie Zapfenstreich in einer geheimen Bar ist. Violinen, Vanian und Klavier – was braucht man mehr? Alles an dieser Platte ist wohlüberlegt, obwohl sie neun Tage in Brooklyns Atomic Sound verbracht wurde.
Böse Geister fügt es sich in die Diskografie von The Damned ein, wie eine Socke an einen Fuß passt. Aber es sticht auch als etwas hervor, das gleichzeitig sehr 2018 und zeitlos ist. Obwohl es zehn Jahre zwischen den Alben gedauert hat, macht diese Veröffentlichung das Warten wett. Zehn Songs schattiger, erschöpfender Musik, erschaffen von wahren Pionieren. Die Band ist nicht tot, sie sind The Damned.
Herausragender Track: I Don't Care
















1 Kommentar
Tolle Kritik. Und ich liebe dieses Albumcover von The Damned.